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Bauspardarlehen: bewährt und sehr umstritten

Vermögenswirksame Leistungen, Wohnungsbauprämie: Staatliche Förderung gibt es auch für das Bauspardarlehen. Aber der Bausparvertrag ist eine erprobte und auch umstrittene Finanzierungsart.

"Ein Bauspardarlehen lohnt sich im Normalfall nicht", kommentiert Christian Schmid-Burgk von der Verbraucherzentrale Hamburg." Die Bausparkassen argumentieren dabei gerne mit der Angst vor einem hohen Zinssatz bei normalen Darlehen." Gerade in Niedrigzinszeiten laufen diese Gründe aber ins Leere.

Bauspardarlehen: die Funktionsweise


Die Zinsen für ein Bauspardarlehen sind meist günstiger als für ein "normales" Darlehen - außerdem begnügt es sich mit einem hinteren Rang im Grundbuch, kann so also idealerweise als Ergänzung zu einem normalen Hypothekendarlehen verwendet werden.

Das Grundprinzip ist eine Form der Solidarität: Eine große Gemeinschaft an Bausparern zahlt ein, damit zur gleichen Zeit eine Anzahl an Kreditnehmern ein zinsgünstiges Bauspardarlehen erhalten.

Damit das funktioniert - also immer genügend Geld im Topf ist – kann den Sparern nicht definitiv zugesichert werden, wann ihr Bauspardarlehen "zuteilungsreif" ist, sie also ihren Kredit in Anspruch nehmen können.

Zuvor müssen je nach Tarif erst einmal 40 bis 60 Prozent der kompletten Summe angespart werden. Den Rest gibt es danach als zinsgünstigen Kredit. Die sogenannte Bewertungszahl regelt für jeden einzelnen Sparer, wann er dann theoretisch einen Anspruch auf den Kredit erwirbt.

Kein fixer Termin für das Bauspardarlehen


In der Praxis spielt zusätzlich die "Zielbewertungszahl" eine wesentliche Rolle für die Zuteilung des Darlehens. Normalerweise ist es so, dass eine Bausparkasse nicht alle gerade "fälligen" Verträge zu einem Stichtag auszahlen kann.

Der Grund: Nur das Geld, das andere Sparer gerade anlegen, darf auch wieder verliehen werden. Das ist dann aber auch ein ganz entscheidender Nachteil: "Es ist nicht so, dass das Darlehen punktgenau zugeteilt wird", kommentiert Thomas Hentschel von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Die Bausparkasse darf sogar gar nicht einen solchen Zeitpunkt zusichern.

Reduzierung des Bauspardarlehens kann teuer werden


Auch mit der "Zielbewertung" können noch einige Monate vergehen, bevor das Geld tatsächlich zur Verfügung steht. Teure Zwischenfinanzierungen sind so möglicherweise nötig. Manchmal wird dann getrickst: Möchte ein Bausparer das Darlehen verwenden, hat aber noch nicht die notwendige Sparsumme erhalten, dann kann ein Bauspardarlehen auch nachträglich reduziert werden.

Viele Bausparkassen strafen dies aber mit einem Abschlag von der Bewertungszahl ab. Sprich: Die Zuteilung erfolgt vielleicht früher, aber eventuell doch nicht so schnell, wie benötigt. Aber zumindest kann eine teure Zwischen- oder Vorfinanzierungszeit abgekürzt werden. Letztendlich ist es ein Rechenexempel, ob es sich lohnt.

Der Staat unterstützt das Bausparen beim Bauspardarlehen


Ein weiterer Nachteil für viele Kreditnehmer: Die Tilgung eines Bauspardarlehens ist sehr hoch. Das kommentiert Christian Schmid-Burgk dann auch so: "Klein- und mittelverdienende Personen - an die sich die Bausparkassen gerne wenden - sind damit sehr häufig total überfordert."

Immerhin: Vater Staat gibt sein Scherflein dazu – die Wohnungsbauprämie soll gerade geringer Verdienenden ein Eigenheim ermöglichen. Und zusätzlich gibt es noch die Arbeitnehmersparzulage - die sogenannten Vermögenswirksamen Leistungen (VL) - die staatlich gefördert wird.

Geld$eligkeiten-Tipp:
Hüten Sie sich vor den oft angepriesenen Sonderformen des Bauspardarlehens. Bei dem Bausparsofortdarlehen und auch bei dem Konstant-Bauspardarlehen lockt die Bausparkasse zwar mit einem Darlehen, ohne dass Sie bereits einen Bausparvertrag besitzen. Dabei zahlen Sie aber - gerade im Vergleich zu anderen Finanzierungsmethoden - kräftig drauf.

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Datum: 18.01.2010 09:00 Uhr
Autor: Jörg Stroisch
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