Versicherungsdarlehen als teure Option für die Baufinanzierung

Gerade Versicherungsgesellschaften haben ein Interesse daran: Die Baufinanzierung mit Hilfe einer Kapitallebensversicherung. Ob sich das Versicherungsdarlehen für den Bauherrn lohnt, ist dabei nicht immer auf den ersten Blick klar.

Kapitallebensversicherungen geben gute Provisionen und Margen für die Vertreter ab. Aber auch für den Bauherrn soll es sich lohnen: Bei einem Versicherungsdarlehen sind die Zinssätze bis zu einem halben Prozentpunkt niedriger als bei "normalen" Darlehen von Banken und Sparkassen.

Vorgehensweise beim Versicherungsdarlehen


Es wird eine Kapitallebensversicherung mit einer Auszahlungsprämie und einer festen Laufzeit abgeschlossen. Parallel wird über die gleiche Höhe ein sogenanntes Festdarlehen abgeschlossen, das während der gesamten Laufzeit zwar verzinst, aber nicht getilgt wird.

Am Ende der Laufzeit von Versicherung und Darlehen wird dann der aufgenommenen Kredit mit Hilfe der Versicherungsprämie komplett bezahlt. Sprich: Als monatliche Rate fallen die Zinsen aus dem Kredit und die Einzahlungen in die Kapitallebensversicherung an.

Unterschiede in der Ablaufleistung bei Versicherungsdarlehen


Es gibt mehrere Möglichkeiten, das Versicherungsdarlehen aufzunehmen. Die sicherste ist natürlich, das Darlehen nur über die garantierte Ablaufleistung der Versicherung abzuschließen, also nur die zugesicherte Verzinsung der Einlagen als Maßstab zu nehmen. Dann ist eine Finanzierungslücke am Ende ausgeschlossen.

Leider ist aber auch die Verzinsung dann ziemlich gering, derzeit werden nur noch mickrige 2,25 Prozent für die Spareinlagen in die Versicherung garantiert. Sprich: Der Realzins ist deutlich niedriger, denn der Anteil an sonstigen Kosten – etwa für die Versicherungsleistung und Verwaltungskosten ist traditionell hoch bei Kapitallebensversicherungen.

Da kann das Geld sicherlich besser angelegt werden. Deshalb werden Versicherungsdarlehen meistens auf den Bereich der nicht garantierten Verzinsung ausgerichtet, der sogenannten Überschussbeteiligung. So wurde in der Vergangenheit zum Beispiel von vorne herein eine Verzinsung der Einlagen von neun Prozent festgesetzt.

Das Problem: Diese Verzinsung ist in keinem Fall sicher. Neun Prozent zahlt heute keine Versicherung mehr. Gerade für Anfang 2010 kündigte die Allianz-Versicherung – klassischerweise Vorreiter bei solchen Dingen – eine erneute Senkung der Überschussleistung an. Insgesamt wurde die Verzinsung so auf 4,95 Prozent – im Durchschnitt – reduziert. Wer da noch zu guten Zeiten für neun Prozent sein Versicherungsdarlehen abgeschlossen hat, steht 2010 vor den Trümmern seiner Finanzierung – und muss teuer nachfinanzieren.

Mit dem Alter steigt beim Versicherungsdarlehen die Rate


Die Prämien für die Versicherung steigen außerdem mit dem Eintrittsalter, da für die Versicherungsgesellschaft das Todesfallrisiko zunimmt. Je älter der zukünftige Eigenheimbesitzer bei Abschluss des Vertrages ist, umso teurer wird das Darlehen.

Zudem zeigen sich die Versicherungsgesellschaften bei der Beleihungsgrenze knauserig. Mehr als 54 Prozent ist nie möglich, meistens liegt sie noch wesentlich niedriger, etwa bei 40 Prozent. Ganz ohne eine weitere Finanzierungsform klappt es also meistens nicht.

Geld$eligkeiten.de-Tipp:
Versicherungsgesellschaften locken mit niedrigen Finanzierungszinsen. Machen Sie aber in jedem Fall den realistischen Vergleich. Es ist außerdem nie gut, ein Ansparziel zunächst mit einem tilgungsfreien Darlehen vorzufinanzieren.

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Datum: 14.01.2010 09:00 Uhr
Autor: Jörg Stroisch