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Stahldachpfannen für das Haus.

Edles Stahldach für das Haus

Als „norwegenfest“ gelten sie, widerstehen Hagel und Sturm ohne Probleme: Stahldachpfannen bieten sich hierzulande vor allem dann an, wenn dem Altbau schwere Aufbauten mit Ton- oder Betondachpfannen auf dem Dach nicht zugemutet werden sollen.

Die Stahldachpfanne führt in Deutschland eher noch ein Nischendasein. "Jedes Dach ist sehr individuell", beschreibt Dachdeckermeister Toralf Ortmann. Und in vielen Fällen ist eben das Dach etwa aus Tonziegeln oder Betondachpfannen nicht nur die eindeutige Vorliebe der Deutschen, sondern auch statisch ohne Probleme einsetzbar. Ortmann verbaut Stahldachpfannen mit seinem kleinen Betrieb dennoch regelmäßig.

"Gerade bei alten Dachstühlen raten wir unseren Kunden häufig, Stahldachpfannen einzusetzen“, erzählt der Bezirksmeister. „Denn wenn hier zuvor Dachbitumen eingesetzt wurden, dann ist die Konstruktion meistens zu schwach, um Dachziegelsteine zu verkraften.“ Dies bietet häufig noch einen weiteren Vorteil: Die alten Dachbitume können liegen bleiben. Das spart kräftig Geld in der Entsorgung.

Kosten sparen mit Stahldachpfannen


Und auch so stellt sich die Stahldachpfanne durchaus erfolgreich dem finanziellen Vergleich mit anderen Dacheindeckungen. Etwa 15 Prozent liegen laut Stahl-Informations-Zentrum die Montagekosten unter denen klassischer Dächer. Und Christopher Hagmann vom Institut für Bauökonomie an der Universität Stuttgart sagt: "Nach unseren Berechnungen ist die Stahldachpfanne im Vergleich der Nutzungskosten günstiger als Schieferplatte oder Tondachziegel, zumindest in den ersten 40 Jahren.“ Konkret: Zehn bis 15 Euro pro Quadratmeter fallen an Kosten für das Material an, die Studie „Kosten im Stahlbau 2011“ errechnet auf dieser Grundlage einen Verlegepreis von etwa 35 bis 40 Euro pro Quadratmeter. Immer vorausgesetzt natürlich, dass das Dach auch fachgerecht montiert und gewartet wird.

Stahldachpfannen für Wind und Wetter



Mit drei Gesellen benötigt der Betrieb von Dachdeckermeister Ortmann beim unkomplizierten Dach eines Einfamilienhauses etwa eineinhalb Wochen, inklusive Wärmedämmung entsprechend länger. "In der Unterkonstruktion sind sich ein Tonziegeldach und eine Stahldachpfannenabdeckung ziemlich ähnlich, auch der Aufwand ist dann ähnlich hoch“, beschreibt der Fachmann seine Erfahrungen. „Beim Verlegen geht es mit den Stahldachpfannen etwas schneller, wobei das bei jedem Dach sehr unterschiedlich sein kann."

Der Aufwand unterscheidet sich auch nach eingesetztem Material: In Standardlängen von 0,5 bis 8 Metern gibt es die „Tafeln“, breit sind sie in der Regel etwa einen Meter. Ortmann setzt längere Tafeln vor allem ein, wenn die Dachneigung unter 15 Prozent beträgt, darüber hinaus kommen dann etwa 1,20 Meter lange Tafeln zum Zuge, auf denen quasi fünf Dachziegel nebeneinander liegen. Auf dem Dach ist das praktikabel: Pro Quadratmeter wiegt ein solches Stück nur etwa fünf Kilo, ein Zehntel von herkömmlichen Dachziegeln. Das Leichtgewicht aus Stahl ist nur etwa 0,5 Millimeter dick. Es muss verschraubt oder per Druckluft ans Dach genietet werden, damit es dem Wind standhält.

30 Jahre Garantie auf Stahldachpfannen



Ist das Dach gebaut, gilt es aber als „norwegenfest“: In Skandinavien müssen die viel einsetzten Stahldächern häufig Urgewalten standhalten, das dünne Blech hält Hagel aber zum Beispiel ohne Schaden und Beulen ab. Und: "Korrosion bei Stahldachpfannen ist kein Thema mehr“, beschreibt Christoph Radermacher, Produktmanager bei ArcelorMittal Construction, einem Anbieter von Stahldachpfannen: „Beschichtungen mit selbstreinigenden Effekten lassen Verschmutzungen auch von der Oberfläche abperlen. Stahldachpfannen setzen keine Patina an und behalten ihren ursprünglichen Glanz und Frische noch Jahre nach dem Aufsatz.“

Die Hersteller glauben entsprechend auch an die Qualität ihrer Produkte, 30 Jahre Garantie auf das Material sind in der Branche üblich. Radermacher verschweigt aber auch die Nachteile nicht: "Ist in der Umgebung viel Lärm, etwa in der Nähe von Flughäfen, würde ich die Stahldachpfanne nicht einsetzen“, so der Experte. „Für die Statik und in der Handhabung ist ihr geringes Gewicht ein immenser Vorteil – beim Schallschutz aber ein Nachteil."

Stahldachpfannen schonen Umwelt



Und auch die Ökobilanz könnte im Vergleich schlechter ausfallen. Bei 160 Quadratmetern Fläche erzeugen laut einer Studie des Öko-Instituts Freiburg Tonziegeln etwa 3400 Kilogramm CO2-Äquivalente, bei Dachsteinen sind dies mit 1550 Kilogramm etwa die Hälfte. „Stahl lässt sich gut recylcen“, führt dagegen Radermacher als Argument an.

Laut dem Stahlinformations-Zentrum wurden 2008 rund 530 Millionen Tonnen Stahlschrott wiederverwertet. Und das lohnt sich durchaus auch für den Bauherren, der Preise vergleichen sollte: Je nach Anbieter können derzeit zwischen 50 und 150 pro pro Tonne Mischschrott erzielt werden. Und daraus werden dann Autos, Waschmaschinen - oder eben neue Stahldachpfannen.

Kein Unterschied zwischen Stahldachpfannen und Tonziegeln



Die sind theoretisch in allen erdenklichen Formen und Farben erdenklich. Zumindest die Kunden von Dachdeckermeister Ortmann mögen es aber eher klassisch: Die Farben schwarz, anthrazit und dunkelrot laufen bei ihm gut, simulieren so die klassischen Tonziegel im Erscheinungsbild. Und darin sind sie richtig gut: "Ein Laie erkennt den Unterschied zwischen Stahldachpfannen und Tonziegeln aus 15 Metern Entfernung nicht mehr", sagt Ortmann.

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Datum: 01.02.2011 09:00 Uhr
Autor: Jörg Stroisch
Fotos: Pressefoto (Teaser), Pressefoto (Textbild 1)