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Über die Kolumne Geld$eligkeiten:

Kommentare und Satiren rund um die Themen Versicherung, Vorsorge und Immobilien. Der Journalist Jörg Stroisch begleitet mit spitzer Feder zeitlose und aktuelle Themen der Branche aus der Verbraucherperspektive. Verfolgen Sie diese Kolumne auch via twitter unter twitter.com/1journalist.


Berufsunfähigkeitsversicherung - im Praxistest

BUZ-Roman, erster Teil: Die Berufsunfähigkeitsversicherung wird von Verbraucherschützern als existenziell notwendige Absicherung empfohlen. Doch es ist gar nicht so einfach, sie zu bekommen. In diesem Fortsetzungsroman wird ein wahrer Fall exemplarisch geschildert.

Berufsunfähigkeitsversicherungen gehören zu den existenziell notwendigen Absicherungen, aber der Weg bis zum "guten" Vertrag ist lang und steinig.

Vor einiger Zeit habe ich eine Freundin dabei beobachtet, wie sie sich darin versucht hat, einen Vertrag abzuschließn. Davon erzählt dieser BUZ-Forsetzungsroman.

Serie Teil 1: Besuch bei der Verbraucherzentrale
(bitte beachten Sie, dass alle Namen verändert wurden)

Nicole Schulze ist 25 Jahre alt. Ihr Beruf: Physiotherapeutin. Sie ist Nichtraucherin, etwa 1,70 Meter groß, ledig und kinderlos. Ideale Voraussetzungen also, um den Antrag auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu wagen.

Ich habe ihr geraten, sich unabhängig zu informieren. Bedeutet: Nur, weil einige Finanzdienstleister behaupten, dass sie unabhängig oder fair sind, sind sie es noch lange nicht. Unabhängig ist nur die Honorarberatung - und hier ist für Verbraucher der erste Ansprechpartner die Verbraucherzentrale.

Tatort: Essen, Innenstadt, die Verbraucherzentrale Essen

Herr Werner von der Verbraucherzentrale fragt nach: "Sind Sie sich da wirklich so sicher, dass sie keine besondere Vorerkrankung haben?"
- Nicole Schulze stutzt: "Natürlich weiß ich nicht, was bei meinen Ärzten in den Akten steht. Na gut, ein bisschen Allergie..."
- "... oder doch schon Asthma?", fragt Werner sofort nach.-
- "Ja, das geht schon in die Richtung."

Herr Werner fasst zusammen: "Da sollten Sie sich direkt bei ihren Ärzten vergewissern, in die Akten schauen. Und außerdem sollten sie bei 15 bis 20 Gesellschaften parallel einen Probeantrag stellen. Damit Sie nicht bei einer Gesellschaft abgelehnt werden und beim neuen Antrag wesentlich schlechtere Chancen auf eine Aufnahme haben."

Nicole Schulze tritt auf die Straße: 15 bis 20 Gesellschaften? Bei allen Ärzten nachfragen? Sie ist in den letzten zwei Jahren mehrfach umgezogen, hat die Ärzte häufig gewechselt. "Bin ich denn wirklich so krank?"

Viel Aufwand, um hinterher auch noch eine teure Versicherung zu bezahlen.

Jedenfalls: Die Beratung bei der Verbraucherzentrale war super, hat 45 Minuten gedauert und etwa 45 Euro gekostet. Hat gleich noch gute Tipps für ihre anderen Versicherungen abgeworfen. Nicole fühlt sich jetzt gewappnet, der Kampf um die Berufsunfähigkeitsversicherung kann beginnen.

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Datum: 30.09.2009 12:30 Uhr
Autor: Jörg Stroisch