
"Nicht nur auf die Prämie schielen"
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Thorsten Rudnik, Versicherungsexperte bei der Verbraucherorganisation Bund der Versicherten, über den richtigen Wechsel der Kfz-Versicherung und Verbraucherbeschwerden an ihrer Versicherungsgesellschaft. Geld$eligkeiten-Interview, Teil 2.
Was muss ich beachten, wenn ich meine Kfz-Versicherung wechseln will?
Rudnik: Am 30. November ist für die meisten Autofahrer Stichtag für den Wechsel. Und der ist dort dann nur einmal im Jahr möglich. Vorher ist ein Bedingungs- und Beitragsvergleich zu empfehlen. Der Verbraucher sollte aber nicht nur auf die Prämie schielen. Denn: Die Qualität der Bedingungen und der Service sind wichtiger.
Hat der Verbraucher den Termin verpasst, kann er dennoch bei einem Fahrzeugwechsel, nach einem Schadensfall oder nach jeder Beitragserhöhung kündigen.
In welchen Fällen beschweren sich die Verbraucher über die Kfz-Versicherung?
Rudnik: Ein Zankthema ist immer wieder die Einstufung in die Schadensfreiheitsklassen. So sind die Einstufungen sehr unterschiedlich und somit schlecht vergleichbar. Versicherte reagieren auch zurecht sauer, wenn sie von ihrer Versicherung nicht darüber informiert werden, wenn es neue, billigere Tarife für Neukunden gibt.
Viele Beschwerden erreichen uns auch zum Thema Leistung im Schadensfall: Hier vorenthalten manche Versicherungsgesellschaften auch unstrittige Schadenspositionen, wie z B. Wertminderungen oder Nutzungsausfallentschädigungen. Auch rund ums Schmerzensgeld gibt es immer wieder Streit.
Wie kontrolliere ich den Service einer Kfz-Versicherung effektiv?
Rudnik: Hier ist die Erfahrung anderer hilfreich. Generell kann man aber auch hier sagen: Zumindest bei der Erreichbarkeit etwa der Call-Center bieten alle Versicherer mittlerweile einen guten Service, was ja sehr erfreulich ist.
Aber je nach eigenem Wunsch reicht eben die Rufnummer des Direktversicherers oder ist eben doch der Vor-Ort-Service wichtig: Das ist eine individuelle Entscheidung, zu der es passende Angebote gibt.
Eine neutrale Beratung – etwa durch Eigenlektüre etwa der Zeitschrift Finanztest oder durch Verbraucherschutzorganisationen wie den Bund der Versicherten oder die Verbraucherzentralen – ist auf jeden Fall sinnvoll.
Lesen Sie auch den ersten Teil des Interviews: Thorsten Rudnik über Qualitätskriterien in der Kfz-Versicherung
Über Thorsten Rudnik:
Thorsten Rudnik ist seit 1995 beim Bund der Versicherten tätig. Der Bund der Versicherten ist eine Verbraucherschutzorganisation, die ihre Mitglieder unabhängig – also ohne Provisionen von Versicherungsunternehmen zu erhalten – rund um die privaten Finanzen berät und auch eine Rechtsberatung in Streitfällen übernimmt. Rudnik ist ausgebildeter Dipl.-Betriebswirt und zugelassener Versicherungsberater, arbeitete zuvor unter anderem bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.-Werbung-
Datum: 24.11.2009 09:00 Uhr
Autor: Jörg Stroisch
Fotos: Pressefoto (Teaser), (Textbild 1)

