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Die richtige Versicherung wählen

80 Gesellschaften bieten Schutz für das Kraftfahrzeug in allen erdenklichen Variationen an. Das drückt die Preise, zumal gerade große Konzerne die billige Haftpflicht gerne als Einstiegsköder für weitere - weitaus gewinnbringendere - Versicherungen verwenden.

Dschungel an Vertragsoptionen


Wo der Wettbewerb stark ist, versuchen sich Unternehmen durch ein nach Möglichkeit nicht vergleichbares Angebotspaket abzugrenzen. "Eine Gesellschaft bot sogar Rabatte für Tapezierer, nicht aber für Maler an", skizziert Peter Hemschik, Pressesprecher beim Allgemeinen Deutschen Automobilclub (ADAC), einen der Auswüchse der Branche. "Heute muss der Verbraucher verstärkt die Angebote vergleichen. Die Mühe kann ihm keiner mehr ersparen." Soll dann die Haftpflicht noch durch eine Teil- oder Vollkaskoversicherungen abgerundet werden, ist Durchblick schwer möglich. Asuro, der Kooperationspartner von MotoVersum, bietet einen umfangreichen Konditionenvergleich. Einen umfassenden Überblick bietet auch ein kostenpflichtiger Test der Stiftung Warentest. "Allianz teurer, HUK billiger bei einem bestimmten Autotyp - so wie früher lässt sich heute auf gar keinen Fall mehr argumentieren", mahnt Hemschik den Verbraucher zur Selbstinformation.

Insassenhaftpflicht out, Rechtsschutz in


"Die Marktsättigung bei Auto-Rechtsschutzversicherungen ist sehr hoch", analysiert Hemschik. "Da bei Unfällen heute fast nie mehr eindeutig die Schuldfrage zu klären ist, ist sie relativ wichtig." Generell ist allerdings festzuhalten, dass eine Gerichtsverhandlung nicht zu den sogenannten existentiellen Lebensrisiken gehört, also anders als ein Haftpflichtfall immer im bezahlbaren Bereich bleibt. Gleiches gilt auch für viele speziell für das Auto gedachten Optionen im häufig angebotenen Auslandschutzbrief. Da sich auch geringe Prämien gerne auf eine am Ende beachtlichen Beträgen summieren können. Deshalb sollte sich jeder Konsument selbst fragen, ob er sich wirklich für jede Eventualität des Lebens teuer absichern möchte. Bei der Insassenunfallversicherung ist die Lage noch klarer: "Die braucht kein Mensch", so Hemschik. Sie tritt - anders als der Name suggeriert - sowieso nur für Verletzungen des Fahrers ein. Schäden an Beifahrern sind in fast allen Fällen durch die normale Haftpflicht abgedeckt - ausgenommen ist nur die höhere Gewalt, etwa durch eine Gerölllawine.

Ärger mit der Schadensregulierung


"Eine Versicherung ist nur so lange gut, wie man sie nicht braucht" - besagt ein weises Sprichwort. Jeder dritte Autofahrer, so eine Umfrage des ADAC, ist mit seiner Autoversicherung unzufrieden. Danach werden nur 82 Prozent der Schäden in voller Höhe ersetzt. Ganze 48 Prozent der Autofahrer sahen keinen Cent der rechtlich zugesicherten Pauschale (meist um die 25 €) für den entstandenen Aufwand durch den Versicherungsfall. Immerhin 37 Prozent der befragten Verbandsmitglieder mussten bei reinen Sachschäden einen Rechtsanwalt einsetzen, um ihr Geld zu bekommen. "Die Versicherungsgesellschaften versuchen sich auf Kosten ihrer Kunden schadlos zu halten", kommentiert Hemschik. Verschiedene Automobilclubs helfen in solchen Fällen mit einer Rechtsberatung, auch die Verbraucherzentralen sind der richtige Ansprechpartner.

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Datum: 15.10.2009 09:00 Uhr
Autor: Jörg Stroisch
Fotos: Fotolia (Teaser), Fotolia (Textbild 1)